Selbstverbrennung zweier Mönche in Tibet: Chinas Repression wächst

Erneut haben sich in Tibet zwei Mönche selbst angezündet, um auf die andauernde Notlage und repressive Politik der chinesischen Behörden aufmerksam zu machen. Nach dem Tod des 20-jährigen Mönchs Lobsang Phuntsok, der sich am 16. März dieses Jahres selbst verbrannte, handelt es sich es bei dem Vorfall vom Montag um die beiden 18- und 19-jährigen buddhistischen Mönche Lobsang Kalsang und Lobsang Kunchok.

Ersterer ist offenbar ein Verwandter des im März verbrannten Phuntsoks. Gegen 11:00 übergossen sie sich am 26. September mit Benzin und riefen Parolen für Religionsfreiheit sowie für ein langes Leben des Dalai Lama. Während Augenzeugen berichteten, dass einer der beiden Mönche sofort gestorben sei, erklärte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua, beide Männer seien am Leben und würden medizinisch behandelt.

Das Kloster Kirti in der osttibetischen Region Ngaba steht seit dem Tod Phuntsoks im März unter strenger Überwachung und wird von chinesischen Regierungsbeamten kontrolliert. Viele Mönche wurden verschleppt oder zu Haftstrafen verurteilt und mussten sich ‚patriotischen Umerziehungsmaßnahmen’ unterziehen. Mittlerweile sind außerdem alle Internet- und Telefonverbindungen in Ngaba unterbrochen und die Zufahrtsstraßen zu dem Kloster blockiert.

Bereits seit 2008 stehen tibetische Klöster unter verstärkter Beobachtung nachdem während einer großen Demonstration in Ngaba mindestens zehn Teilnehmer durch chinesische Sicherheitskräfte erschossen und unzählige Tibeter willkürlich verhaftet wurden. Am 16. März jährte sich das Ereignis mit dem Tod von Lobsang Phuntsok zum dritten Mal.

Die Situation in der Region bleibt weiterhin angespannt. Den rund 3 Millionen Einwohner des Autonomen Gebiets Tibets werden nach wie vor grundlegende Menschenrechte wie Meinungs- und Redefreiheit, Versammlungs- oder Religionsfreiheit verwährt. Im August 2011 saßen 1391 Tibeter als politische Gefangene im Gefängnis. Außerdem erhalten ausländischen Journalisten seit dem 16. März 2011 keinen Zutritt mehr zur Ngaba Region, in der sich das Kirti Kloster befindet.

Aufgrund der anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in Tibet und der Unterdrückung durch die chinesischen Behörden, hat die Gesellschaft für bedrohte Völker an den UN-Menschenrechtsrat appelliert, die Volksrepublik China aufzufordern, umgehend und bedingungslos alle politischen Gefangenen freizulassen, ethnische Minderheiten wie Tibeter und Uiguren zu respektieren und ihnen durch die Verfassung Rechte zu garantieren, sowie die patriotische Umerziehung zu stoppen und außerdem die militärischen Sicherheitskräfte in und um das Kirti Kloster abzuziehen.

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