Schmähpreis für Vale ist Ermutigung für Kritiker des Belo Monte Kraftwerks

Mehr als 88.000 Menschen, mehr als je zuvor, haben an der Wahl zum übelsten Unternehmen des Jahres teilgenommen: Am 27. Januar 2012 wurde der brasilianische Konzern Vale mit dem Public Eye Award ausgezeichnet, so etwas wie der goldenen Zitrone für Wirtschaftsunternehmen. Vale ist maßgeblich am NESA-Konsortium  beteiligt, das den umstrittenen Belo Monte Staudamm im Amazonasgebiet Brasiliens errichtet. Nach einem harten Kopf an Kopf Rennen erhielt Vale mit 25.042 Stimmen die meisten Voten, dicht gefolgt vom japanischen Energiekonzern Tepco, der 24.245 mal genannt wurde.

Die Public Eye Awards (vormals Public Eye on Davos) setzen einen kritischen Kontrapunkt zum Jahrestreffen des Weltwritschaftsforums (WEF) in Davos. Organisiert seit dem Jahr 2000 durch die Erklärung von Bern und Pro Natura (seit 2009 anstelle mit Greenpeace) zeigen die Public Eye Awards den Akteuren der Weltwirtschaft, dass Menschen und Umwelt verachtende Geschäftspraktiken Konsequenzen haben – primär für die davon Betroffenen, aber auch für das Firmenimage.

Friends of the Earth International belegt in einer gerade erschienenen Studie, dass Vale Lobbying betreibt mit dem Ziel Einfluss auf die nationale und internationale Klimapolitik zu nehmen. Der Konzern gehört zu den Weltmarktführern im Bergbau.

Public eye begründete die Nominierung von Vale u.a. so: „Vale hat eine lange Firmengeschichte, die von unmenschlichen Arbeitsbedingungen, Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung geprägt ist. Derzeit beteiligt sich Vale maßgeblich am Baukonsortium NESA, das den höchst umstrittenen Belo-Monte-Staudamm im Herzen des Amazonas errichtet. Das 17-Milliarden-Dollar Projekt ist geprägt von autoritärer Planung ohne Rücksicht auf geltendes Recht. Betroffene Indigene werden nicht in die Planung miteinbezogen. Vale beteiligt sich offensichtlich am Staudamm, um sich damit billige Energie sichern zu können. Vale betreibt in der Nähe mehrere Eisenerz-Minen. Auch in anderen Regionen sind Menschenrechtsprobleme von Vale bekannt: So berichtet beispielsweise eine Untersuchung der «International Federation on Human Rights» von Gesundheitsproblemen mehrerer Gemeinschaften, die in der Nähe von Vales Kohle- und Roheisen-Verbrennungsanlagen liegen. Insgesamt wurden gegen Vale bereits über 100 Gerichtsverfahren und über 150 Untersuchungen eingeleitet. Die meisten davon standen im Zusammenhang mit Arbeitsrechtsverstößen. Trotz einiger verhängter Bußen kam der Konzern bisher nahezu ungeschoren davon. Vale ist zudem verantwortlich für 4 % von Brasiliens CO2-Ausstoss und verbraucht jährlich 1,2 Milliarden Kubikmeter Wasser – den Durchschnittsverbrauch von 18 Millionen Menschen. Der weitere Ausbau des Belo-Monte-Staudamms hätte die Verwüstung von riesigen Gebieten des Amazonas-Ökosystems zur Folge. 80% des Flusses würden in ein künstliches Reservoir umgeleitet. Direkt davon betroffen wären auch 40’000 Menschen in den anliegenden Gebieten. Darunter befinden sich hunderte Indigene verschiedener Ethnien und zahlreiche Flussanwohner, die am 100 Kilometer langen Ufer des Rio Xingu leben. Nebst diesen direkten Auswirkungen des Staudammbaus würde die Region aufgrund des einfacheren Zugangs und der billigen Energie noch stärker ausgebeutet.“

Vale ist der zweitgrößte Konzern Brasiliens und weltweit der zweitgrößte Minenkonzern und größte Eisenerzhersteller.

 ehr Infos bei:

http://www.publiceye.ch/de/

http://www.publiceye.ch/de/vote/vale/

http://www.publiceye.ch/en/news/

http://www.foei.org/en/resources/publications/pdfs/2012/how-corporations-rule-vale/

Und:

http://www.gfbv,de

http://www.gfbv.ch

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