Zum vereitelten Attentatsversuch auf Putin: Zum zweiten Mal mit dem Tschetschenien-Ticket in den Kreml?

Vor den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 schürten Putin und sein Team massive Ängste vor den Terroristen aus Tschetschenien. Sie beschuldigten diese, in Wohnhäusern in Moskau und Wolgodonsk Bomben platziert zu haben und beschworen so das Szenario von einem Terrorkrieg gegen die russische Zivilbevölkerung. Dies rechtfertigte einen fürchterlichen Krieg in Tschetschenien, dem schätzungsweise 80.000 Menschen zum Opfer fielen. (Später hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass der russische Geheimdienst FSB für die Bombenanschläge verantwortlich war)

Heute ist die Menschenrechtssituation im gesamten Nordkaukasus katastrophal. Fast täglich verschwinden Zivilisten, werden gefoltert und willkürlich in Gefängnissen festgehalten. Auf der anderen Seite führt ein zunehmend islamistischer Untergrund einen brutalen Krieg gegen Angehörige der Sicherheitskräfte. Der Nordkaukasus ist eigentlich für Russland verloren. Auch Umfragen bestätigen, dass sich die Bürger nicht mehr als Einwohner der Russischen Föderation begreifen.

Diese Region und besonders Tschetschenien scheint nun wieder mal dafür herhalten zu müssen, dass Putin Angst schüren will. Mit Angst kann man erfolgreich Politik machen. Ob diese durchsichtige Rechnung dieses Mal aufgeht, will man fast nicht glauben. Immer weniger Menschen in Russland lassen sich von Putin für dumm verkaufen und belügen. Eher macht man sich über ihn lustig. Das ist auch eine Art von Demontage, die hoffentlich dazu führt, dass er sich zumindest nur ganz kurz im Kreml halten kann. 

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