„Entwicklungsprojekt“ Kupferabbau in Ecuador

Am sechsten März 2012 unterzeichnete der ecuadorianische Präsident Rafael Correa mit der  chinesischen Firma Ecuacorriente einen Vertrag über den groß angelegten Abbau von Kupferreserven in der Provinz Zamora Chinchipe im südlichen Amazonasgebiet. Neben Erdöl und Erdgas soll jetzt der Bergbau zum zweiten Standbein der ecuadorianischen Wirtschaft werden, um die Entwicklung des Landes weiter voran zu treiben. Die Mine Mirador enthält nach Schätzungen etwa fünf Milliarden Pfund Kupfer und wird ab 2013 innerhalb ihrer 25 jährigen Laufzeit voraussichtlich einige Milliarden Dollar einbringen. Laut Angaben des Präsidenten werden davon ca. 5.4 Milliarden direkt in die Staatskasse fließen und 900 Millionen würden an die Gemeinden weitergeleitet. Im Jahr 2008 wurde die Vergabe von Genehmigungen zunächst ausgesetzt um Gesetze zu schaffen, die dem Staat einen höheren Anteil an den Förderergebnissen der internationalen Bergbaufirmen garantieren sollen. Nach einem Jahr der Verhandlungen kam der Vertrag mit Ecuacorriente zu einem Abschluss, die Tür für einen großflächigen Bergbau im Anden-Land ist geöffnet. Weitere Projekte stehen noch offen so z.B. mit Kinross (proyecto aurífero Fruta del Norte), IMC (Río Blanco), etc. Mindestens zwanzig Projekte mit Vorkommen an Gold, Silber und Kupfer befinden sich bereits im Stadium der fortgeschrittenen Entwicklung. Der Vizeminister im Bereich Bergbau, Federico Auquilla, weist des weiteren darauf hin, dass die meisten Ressourcen bislang noch gar nicht in Zahlen gefasst worden sind bzw. dass das Erschließen weiterer  Regionen noch ausstehe, er aber im Erdöl und Bergbau die Zukunft des Landes und seiner Entwicklung sieht. Auch der Präsident sieht in dem neuen Abkommen den Beginn eines neuen Zeitalters, eine Ära in der Ecuador eine wichtige Rolle auf dem internationalen Mineralienmarkt einnehmen wird.

Correa gibt als positive Referenz für den Bergbausektor Länder wie Kanada, China, Australien aber auch Bolivien an und betont, dass für diese Länder der Bergbau ein Meilenstein bezüglich ihrer Entwicklung war. Die Vergangenheit zeigte jedoch bereits mehrfach, dass der Abbau nicht unbedingt zu einer verbesserten Entwicklung im Land führt, oftmals ist das Gegenteil der Fall (siehe Silberabbau in Potosí –Bolivien, diese Region zählt heute zu den ärmsten Gebieten)

Die Regierung versichert unter dies, dass die neuen Technologien die negativen Auswirkungen des Bergbaus auf die Umwelt minimieren würden und versichert ebenso, dass die umliegenden Gemeinden die ersten sein werden die begünstigt würden. Umweltschutzorganisationen sowie der Dachverband der indigenen Völker (CONAIE) kündigen bereits massive Proteste gegen die Projekte der ecuadorianischen Regierung an. Besonders angeprangert werden die Zerstörung der Biodiversität in den betroffenen Regionen sowie die Verschmutzung des Wassers und die Verdrängung der Menschen. Durch die Förderung des Kupfers gelangt Gestein und Erde an die Oberfläche, welches kontaminiert sobald es mit Luft und Wasser in Verbindung gerät und durch Regenfälle werden die zum Teil hochgiftigen Stoffe ins Wasser gespült.

Kurze Zeit nach der Vertragsunterzeichnung kam es unter anderem vor der chinesischen Botschaft in Quito zu Protesten von weiblichen Umweltschützern, nach Angaben einer Aktivisten wurden nicht die nötigen Umweltverträglichkeitsstudien durchgeführt und auch die indigenen Gemeinschaften wurden nicht wie in der ecuadorianischen Verfassung festgehalten, vorher kontaktiert und informiert. Der Protest vor der Botschaft wurde gewaltsam durch die Polizei aufgelöst.
Verfasst von: Stefanie Falk

Quellen (Spanisch):

http://www.prensa-latina.cu/index.php?option=com_content&task=view&id=484671&Itemid=1

http://andes.info.ec/econom%C3%AD/522.html

http://www.elcomercio.com/negocios/contrato-Mirador-reavivo-debate-ambiental_0_658734375.html

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