Türkei: Auseinandersetzungen bei den Feierlichkeiten des kurdischen Newroz-Festes

Bei den Feierlichkeiten des kurdischen Newroz-Festes kam es in der Türkei zu Auseinandersetzungen zwischen den Feiernden Kurden und der Polizei.
Das Newroz-Fest (etwa: Neulicht-Fest) ist das kurdische Neujahrsfest und wird offiziell am 21. März, dem Tag des kalendarischen Frühlingsbeginns, gefeiert. In mehreren türkischen Städten feierten viele Kurden bereits am 18. März. In Diyarbakir (Amed auf kurdisch) im Südosten des Landes und Istanbul kam es dabei zu Kämpfen zwischen Kurden und Sicherheitskräften des Staates.

Obwohl in Diyarbakir die Feierlichkeiten erlaubt waren wurden sie vom dortigen Gouverneur kurzfristig untersagt. Die zentrale Feier sollte vor dem örtlichen Parteibüro der BDP (Partei für Frieden und Demokratie) stattfinden.
Trotz einer großen Polizeipräsenz waren viele Kurden auf den Straßen um ihr Neujahrsfest zu feiern. Die Polizei versuchte mit Wasserwerfern die Zugangswege zum eigentlichen Ort der Kundgebung abzuriegeln. Mit Wasserwerfern Schlagstöcken und Tränengas wurde an mehreren Orten der Stadt gegen die Bevölkerung vorgegangen. Diese antwortete mit Steinen und Brandsätzen. Die Straßenschlachten zogen sich über den gesamten Tag hinweg. Die Newroz-Feierlichkeiten begannen nach dem Marsch auf den Treffpunkt, der von der Polizei nicht mehr gestoppt werden konnte. Die eigentlichen Feierlichkeiten wurden mit einer Gedenkkundgebung für die Gefallen Kurden begonnen. Nach der Gedenkkundgebung wurden Friedenszeichen in die Luft gehalten und Friedenslieder gesungen. Mehrere Hunderttausend Kurden sollen in Diyarbakir auf den Straßen gewesen sein um das Fest zu feiern. Nach der Kundgebung nahmen viele Kurden an einem Friedenszug teil. Auch dieser wurde von der Polizei versucht zu unterbinden. Teilweise wurden Gasgranaten von Hubschraubern auf die Menschenmenge abgeworfen. Mehr als 100 Menschen wurden dabei verletzt, zwei Jungen (11 bzw. 14 Jahre) sehr schwer.

Auch in Istanbul kam es zu Auseinandersetzungen während der Feierlichkeiten. Ebenso wie in Diyarbakir waren die Feierlichkeiten verboten worden. Die kurdische Bevölkerung strömte aber trotzdem zu dem Ort der Kundgebung im Stadtteil Zeytinburnu. Auch hier griff die Polizei brutal ein und probierte die Feier zu unterbinden. Es kam zu größeren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Teilen der kurdischen Bevölkerung. Die Polizei setze auch hier Tränengas Schlagstöcke und Wasserwerfer ein. Die kurdischen Aktivisten bauten Barrikaden und warfen Steine auf die Sicherheitskräfte. Ein Bezirksvorsitzender der BDP wurde bei diesen Auseinandersetzungen von einer Gasgranate am Kopf getroffen und starb an seinen Verletzungen. In die Krankenhäusern der Umgebung sollen Dutzende Verletze gebracht worden sein. Mehr als 150 Menschen wurden festgenommen.

In den letzten Jahren nutzen die Kurden ihr Neujahrsfest immer wieder um auf ihre politische Lage aufmerksam zu machen. Dabei kam es schon in den letzten Jahren zu Auseinandersetzungen und Straßenschlachten.

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