Irak: Kirkuks Nationalitäten kommen sich näher

Unter der Schirmherrschaft des chaldäischen Erzbischofs von Kirkuk ist am 26. April 2012 ein „runder Tisch“ durchgeführt worden. Neben dem kurdischen Gouverneur von Kirkuk, Dr. Najmedin Omar Karim, diskutierten rund 50 Vertreter aller in Kirkuk lebenden Nationalitäten über die instabile Lage in der nordirakischen Stadt. Die eintägige Konferenz, die vom chaldäisch-katholischen Erzbischof von Kirkuk, Dr. Luis Sako, vorgeschlagen wurde, fand unter dem Motto: „Für den Frieden lass uns Brücken bauen!“, statt.
Trotz der bisherigen Bemühungen der Stadtverwaltung von Kirkuk bleibt die Lage dort angespannt. Immer wieder werden Anschläge verübt.

Bereits im Juli 2011 hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)-Sektion Kurdistan/Irak unter der Schirmherrschaft des Erzbischofs in Kirkuk eine Konferenz organisiert, um Lösungen zur Befriedung der Region zu erarbeiten. Rund 150 Vertreter aller Nationalitäten und Religionsgemeinschaften des Irak, unter ihnen Kurden, Araber, Turkmenen, Assyrer-Aramäer-Chaldäer, Yeziden, Schabak, Mandäer, Christen und Moslems sowie Repräsentanten der irakischen Zentralregierung in Bagdad nahmen daran teil.

Unter Saddam Hussein sind hunderttausende Kurden, aber auch Turkmenen und christliche Assyrer-Aramäer-Chaldäer aus Kirkuk und der gleichnamigen ölreichen Provinz vertrieben worden. An ihrer Stelle wurden Araber aus dem Süd- und Zentralirak dort angesiedelt. Bis heute ist nicht entschieden, ob die Region dem autonomen Bundesstaat Irakisch-Kurdistan zugeschlagen oder von Bagdad aus regiert wird. Darüber sollen laut dem Artikel 140 der irakischen Verfassung die rund 755.000 Einwohner der Provinz in einem Referendum abstimmen.

Zwischen der Regierung des autonomen Bundesstaates Kurdistan im Nordirak und der Zentralregierung des Landes in Bagdad kommt immer wieder zu Konflikten. Aktuell protestierte der Präsident von Kurdistan, Masud Barzani, gegen den Verkauf von F-16-Kampfflugzeugen durch die USA an die Zentralregierung unter dem Schiiten Nuri al-Maliki. Al-Maliki könnte wieder diktatorische und streng zentralistische Strukturen in Bagdad aufbauen, befürchtet Barzani. Außer der ungelösten Kirkuk-Frage sind auch die Zuständigkeit für die Erdölförderung sowie die Anzahl und Besoldung der Sicherheitskräfte im Kurdistan ungeklärt. Gestritten wird auch über die Bildung einer gesamtirakischen Koalitionsregierung, an der Schiiten, Sunniten und Kurden gleichberechtigt beteiligt werden.

Quellen:

http://www.ankawa.com/forum/index.php/topic,571818.0.html

http://www.gfbv.de/pressemit.php?id=2799

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