„Was ihr nicht dürft, dürfen die Kosaken“ – Gouverneur aus Südrussland will seine Region gegen „Einwanderer schützen“…

verfasst von Sergej Prokopkin

Der Gouverneur der südrussischen Region Krasnodar, Aleksandr Tkatschew, sorgt mit rassistischen Äußerungen für Empörung:

Auf einer Sitzung des Innenministeriums der Region Krasnodar am 02. August 2012 gab Aleksandr Tkatschew die Einrichtung von Spezialeinheiten der Kuban-Kosaken bekannt. Die Einheiten sollen bereits ab 1. September neben der Polizei für Ordnung und Sicherheit sorgen und die „Migrationsprozesse in der Region  steuern“. Menschen in Deutschland denken bei den Kosaken vielleicht an Chöre und Tänze, in Russland ist aber bekannt, dass die Kosakenverbände ultranationalistisch sind. In der Geschichte waren sie für viele Pogrome gegen Juden verantwortlich, heute sollen sie gegen Zuwanderer aus dem Kaukasus eingesetzt werden, geht es nach dem Willen Tkatschews:

Für Aufsehen sorgte dabei die rassistische Rhetorik des Gouverneurs, der die Bürgerinnen und Bürger aus dem Kaukasus diffamierte:

„Es gibt die Region Stawropol – unsere Nachbarn, unsere Brüder, und wir sehen, wie ihnen das Gefühl der Gemeinschaft, der Solidarität und des kulturellen Erbes verloren geht. Und das Land wird schnell von anderen Nationen besetzt. Vor allem von Menschen mit kaukasischen Nationalitäten. Aufgrund der Tatsache, dass sie nahe beieinander liegen, werden sie in der Region Stawropol integriert. Und heute sehen wir, wie sich die Quantität der Einwanderer in die Qualität verwandelt. Und im großen und ganzen fühlt sich die russische Bevölkerung dort bereits jetzt unwohl“.

Mit seinen Äußerungen hetzt Tkatschew gegen aus dem Kaukasus stammende Menschen und stigmatisier sie als unwillkommene Eindringlinge, die nicht nur für den Untergand des Gemeinschaftsgefühls, der Solidarität und des kulturellen Erbes in der Region Stawropol verantwortlich sind, sondern auch die russische Bevölkerung aus ihren Gebieten verdrängen. Die bereits jetzt schon wegen vollkommen verfehlter Integrations- und Migrationspolitik angespannte Lage im Süden Russlands wird durch die Aktivitäten von Populisten wie Tkatschew noch mehr verschärft und nimmt rassistische Züge an.

Der Grund, warum Tkatschew sich für die ultrakonservativen Kuban-Kosaken entschieden hat, ist offensichtlich und wurde vom Gouverneur selbst erläutert:

„Wir haben keine andere Möglichkeit – wir werden verdrängen, aufräumen, sie nach Dokumenten fragen, uns mit der Migrationspolitik beschäftigen (woher kam, warum, und so weiter). Um diejenigen, die nur „zum Spaß“ hierher zu kommen versuchen, um zu provozieren oder illegale Geschäfte zu tätigen, verständlich zu machen, dass es besser ist nicht in die Region Krasnodar zu kommen“.

Mit der Einführung der Kosaken-Einheiten möchte der Gouverneur der Einwanderung der russischen Bürgerinnen und Bürgern aus den kaukasischen Gebieten entgegen wirken und seine menschenfeindliche Migrationspolitik durchsetzen, denn die Kosaken sind nicht nur ultranationalistisch eingestellt, sondern auch für ihre rassistischen Übergriffe bekannt. „Das, was euch nicht erlaubt ist, ist den Kosaken erlaubt“ – erklärte Tkatschew der Polizei und Kosakenverbände und machte damit den Kosaken den Weg für Gewaltanwendung frei.

Bei dem Thema Migrationspolitik gibt es für Tkatschew nur zwei Wege, entweder Blutvergießen oder einen Polizeistaat gründen, andere Optionen kommen für ihn nicht in Frage. Dies könnte auf seinen xenophoben Vorstellungen beruhen, denn er geht schon von der Grundannahme aus, dass die Menschen aus dem Kaukasus eine Gefahr für die „russische“ Bevölkerung darstellen:

„Wir sehen es am Beispiel Jugoslawien – die Albaner, die Kroaten … Am Anfang waren es 80% der Kroaten und nur 20% der Albaner. Dann kam das Gegenteil, nur 50 Jahre später. Sie fingen an die Kirchen abzureißen, ihre eigene Kultur und Religion fingen an zu dominierten, der Konflikt begann, das Blut floss, der kleinen Krieg, der große Krieg. Und das war es – es gibt kein Land mehr, kein Volk, es gibt nur Tausende von Flüchtlingen“. „Und heute habe ich nachgedacht und überlegt, dass wir noch Zeit haben, da zwischen dem Kaukasus und der Region Krasnodar noch ein Filter ist – Stawropol. Aber jetzt sehe ich, dass es nicht der Fall ist…“. „Und wer würde dafür verantworten, wenn hier das erste Blut vergossen wird? Wenn die ethnischen Konflikte beginnen? Und früher oder später wird es kommen“.

Das alles spielt sich in einer Region ab, die während der Winterolympiade 2014 im Zentrum der Weltöffentlichkeit stehen wird.

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