Weltweite Kampagne „5 Jahre … zu viel!“ gegen die Inhaftierung der Baha’i-Führung im Iran seit 2008

Die Bahá’í-Gemeinde Deutschland beteiligt sich am Samstag, 11. Mai 2013, in Berlin und Nürnberg an einer weltweiten Kampagne, mit der sie die sofortige Freilassung der seit fünf Jahren inhaftierten sieben iranischen Bahá’í-Führungsmitglieder einfordert. Seit Mai 2008 sind die zwei Frauen und fünf Männer wegen ihrer Religion für 20 Jahre im Iran in Haft.

Am kommenden Samstag, dem 11. Mai 2013, machen Bahá’í auf dem Platz des 18. März vor dem Brandenburger Tor in Berlin auf das Schicksal ihrer Glaubensbrüder und -schwestern aufmerksam. Ab 17 Uhr werden in einem zweistündigen Programm mit Lesungen, Pantomime, Musik und Reden Informationen zu den Bahá’í im Iran gegeben. Daran beteiligt sich auch die Gesellschaft für bedrohte Völker.

Am gleichen Tag informiert auch die Bahá’í-Gemeinde in Nürnberg in Zusammenarbeit mit dem Menschenrechtsbüro der Stadt sowie mit der Gesellschaft für bedrohte Völker über die Lage der Bahá’í im Iran. Als Gastrednerin wird Maede Soltani auftreten. Sie ist die Tochter des Rechtsbeistandes der sieben Bahá’í, Abdolfattah Soltani, der als Preisträger des Internationalen Nürnberger Menschenrechsrechts-Preises 2009 selbst zu einer 18-jährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Caritas-Pirckheimer-Haus, Königstr. 64, in Nürnberg.

Die beiden Veranstaltungen sind Teil einer weltweiten Kampagne, die zwischen dem 5. und 15. Mai 2013 von der Internationalen Bahá’í-Gemeinde durchgeführt wird und bereits in London, Paris, Washington, Rio de Janeiro und Neu-Delhi zu öffentlichen Kundgebungen führte. Weitere Infos…

Die Bahá’í sind die größte nicht-muslimische religiöse Minderheit in der Islamischen Republik Iran. Doch ihre Religion wird dort nicht anerkannt. Seit jeher bekämpft die schiitische Geistlichkeit gemeinsam mit der iranischen Regierung die Bahá’í als Ketzer und Apostaten. Da der Stifter der Bahá’í-Religion, Bahá’u’lláh (1817-1892), im heutigen Israel begraben liegt, gelten sie als „Zionisten“ und „Spione Israels“. Ihre friedliche und weltoffene Religion, die sie dazu ermutigt, einen Beitrag für das gesellschaftliche Wohlergehen zu leisten, macht die Bahá’í in den Augen der iranischen Regierung zu einer staatsgefährdenden Gruppe. In Deutschland hat die Bahá’í-Gemeinde seit 2013 den Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) setzt im Rahmen einer Kampagne aktiv für die Befreiung der Bahá’í-Mütter und deren mit inhaftierten Kinder, sowie der anderen Bahá’í-Gefangenen ein. Die Bahá’í-Frauen sitzen ihre Strafe zusammen mit 70 anderen Frauen und Kindern in einem nur 50m² großen Raum ab. Die hygienischen Bedingungen im Gefängnis sind katastrophal. Deshalb sind Krankheiten an der Tagesordnung. Der GfbV-E-Mail Appell zur Freilassung der Bahá’í-Gefangenen richtet sich an den Bundespräsidenten Joachim Gauck. Hier finden Sie Näheres zur Kampagne „Freiheit für inhaftierte Bahá’i-Mütter und Kleinkinder in Iran!“.

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