Zehntausende israelische Beduinen von Zwangsumsiedlung bedroht

Die israelische Regierung hat am Montag (06.05.) einen Gesetzentwurf  zur Umsiedlung von etwa 40.000 Beduinen in staatlich geplante Siedlungen beschlossen. Der Entwurf, der nun im Parlament diskutiert und verabschiedet werden muss, stößt bei den arabischen Nomaden auf entschiedene Ablehnung.

Das halb-nomadische Beduinenvolk des Negev ist seit Jahren einer systematischen Vertreibung aus ihren Dörfern ausgesetzt, die nicht selten mit einer Zerstörung der dortigen Häuser und Moscheen einhergeht. Rund 80.000 der etwa 150.000 in Israel ansässigen Beduinen leben bereits in offiziellen israelischen Siedlungen, die restlichen 70.000 Halbnomaden wohnen in 46 Dörfern im südlichen Teil der Negev-Wüste. Diese Beduinendörfer werden seitens der israelischen Regierung nicht anerkannt und gelten als illegal. Die infrastrukturelle und medizinische Grundversorgung in den illegalen Siedlungen ist katastrophal: Fließendes Wasser und Elektrizität sind wenn überhaupt nur unzureichend vorhanden. Auch mangelt es an medizinischer Versorgung und adäquaten Bildungseinrichtungen.

Die Umsiedlung in staatlich anerkannte Siedlungen bedeutet für viele Beduinen jedoch einen Verlust ihrer Traditionen und Gesellschaftsstrukturen, da sie ihre Lebensweise als Halb-Nomaden aufgeben müssten. Bisher weigert sich der israelische Staat vehement, die Besitzansprüche der traditionellen Beduinengebiete anzuerkennen und beansprucht das Land für den Bau jüdischer Siedlungen und als militärische Sperrzone.

Die „Gesellschaft für bedrohte Völker“ (GfbV) forderte bereits im Februar 2010 die Beendigung der Zerstörung der „illegalen“ Beduinendörfer samt ihrer Moscheen, Weideländer und Nutzpflanzen. Den halb-nomadischen Beduinen muss eine Fortführung ihrer traditionellen Lebensweise ohne Diskriminierung ermöglicht werden. Die arabische Minderheit der Beduinen muss weiterhin in den Prozess der freiwilligen Umsiedlung in staatlich anerkannte Dörfer einbezogen werden. Zudem ist die gesetzliche Anerkennung und Aufwertung der nicht legalen Wüstendörfer eine Grundvoraussetzung für die Bekämpfung von Armut, Arbeitslosigkeit und Kindersterblichkeit unter der beduinischen Bevölkerung.

Die GfbV hat im Rahmen der Kampagne für den Schutz der Beduinen Israels bereits einen E-Mail Appell an den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu initiiert, um den Handlungsdruck der israelischen Regierung zu erhöhen. Die GfbV wird sich auch weiterhin engagiert für die Rechte und Belange der arabischen Beduinen in der israelischen Negev-Wüste einsetzen.

Weitere Informationen dazu finden Sie auch unter:

http://gfbv.de/inhaltsDok.php?id=1826&highlight=beduinen|israel

http://gfbv.de/emailprot.php?id=235&highlight=Israel|Beduinen

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