20. Jahrestag der Unabhängigkeit Eritreas

Im Januar 2013 ist es offenbar zu einem Putschversuch in dem ostafrikanischen Staat Eritrea am Horn von Afrika gekommen. Etwa 200 Rebellen – vorwiegend Soldaten – hätten das Informationsministerium in der Hauptstadt Asmara gestürmt und besetzt, um die Freilassung politischer Gefangener zu fordern.

Weiterhin wiesen sie Nachrichtensprecher der staatlichen Medien an, zu verkünden, dass sie nun die Verfassung durchsetzen würden. Diplomaten berichteten, dass die Armee mit Panzern zu dem Ministerium vorgerückt sei. Es sei unklar, wer die Rebellion anführe, berichtete ein Journalist aus Eritrea. Dem Deutschlandradio zufolge dementierte der Berater des Präsidenten, Yemane Ghebreab, den Putschversuch nicht. Was sich jedoch genau im Informationsministerium ereignet hat, ist bis heute unklar.

Die ehemalige italienische Kolonie Eritrea hatte sich nach einem dreißigjährigen Unhabhängigkeitskrieg (1961-1991) von Äthiopien abgespalten und ist seit 1993 nach einer Volksabstimmung unabhängig. Seit der Unabhängigkeit regiert Präsident Isaias Afewerki das Land mit eiserner Hand. Gegen Regierungskritiker gehen die Behörden massiv vor. Zurzeit sind etwa 10.000 politische Gefangene inhaftiert. Folter, unmenschliche Haftbedingungen, bis zu Jahrzehnte andauernder Wehrpdienst, starke Einschränkung der Meinungs- und Religionsfreiheit sowie andere schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen prägen das
Leben der Menschen. Viele Eritreer verlassen deshalb das Land. Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ hat 2012 das ostafrikanische Land erneut auf den letzten Platz in ihrer Rangliste der Pressefreiheit gesetzt. Andere Menschenrechtler sehen in Eritrea das „afrikanische Nordkorea“.  Am 24. Mai 2013 feierte das Land seinen 20. Jahrestag der Unabhängigkeit. Unter der Führung des Diktators Afrewerki gilt Eritrea als einer der ärmsten und isoliertesten Staaten weltweit. Nach 20 Jahren Unabhängigkeit steht das ostafrikanische Land nun am Scheideweg. Die Regierung Eritreas muss sich entscheiden, ob sie weiterhin auf Abschottung setzt oder für mehr Offenheit bereit ist.

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