Neue Gewalt gegen Indigene in Brasilien

In Brasilien nimmt die Gewalt in den Gebieten der indigenen Völker zu.  Der Mord an Ambrosio Vilhalba, international bekannt geworden durch den Film Birdwatchers über den Landraub bei den Guarani Kaiowá in Mato Grosso do Sul, hat viele Menschen aufgeschreckt. Er wurde am 3. Dezember 2013 in seinem Dorf Guyra Roka erstochen. Ambrosio Vilhalba ist eine wichtige Symbolfigur für den Kampf der Guaraní um ihr Land und gegen die Zuckerrohrplantagen. Die Guarani von Guyra Roka waren von ihrem ursprünglichen Land vor Jahren vertrieben worden durch Rancher, die dort anschließend Zuckerrohr anpflanzten. 2007 konnten sie erfolgreich einen Teil ihres Landes zurückbesetzen. Getötet wurde er aber offenbar von anderen Indigenen. Seine Gemeinschaft hat bereits zwei Verdächtige der Polizei übergeben, einer von ihnen ist der Schwiegervater des Ermordeten.

Auch der Kampf der Terena um die Durchsetzung ihrer Landansprüche ist von Gewalt begleitet. Die nicht-indigenen Grundbesitzer bestreiten ihre Ansprüche und beschuldigen sie, widerrechtlich auf das Farmland in Sidrolandia etwa 1200 Kilometer westlich von Rio de Janiero vorzudringen. Angeblich müssen sich die Landbesitzer gegen die Terena verteidigen und wollen dafür eine private bewaffnete Sicherheitstruppe anheuern. Eine „Widerstandsauktion“  von Vieh und Getreide soll am 7. Dezember das nötige Geld dafür beschaffen. BBC News zufolge wurde jetzt eine Einheit der brasilianischen Streitkräfte in das umstrittene Gebiet entsandt. Sie sollen verhindern, dass es im Zuge der Auktion erneut zum Ausbruch von Gewalt kommt. Die Grundbesitzer wollen das Land, das den Terena 2010 durch Gerichtsurteil zugesprochen wurde, nicht räumen und verlangen von der Regierung eine andere Lösung für den Landkonflikt. Der Streit um das Land führte im Mai 2013 zum Tod von Osiel Gabriel Terena.

In Brasilien dürften sich die Spannungen weiter verschärfen, denn in Brasilia wird gerade eine Verfassungsänderung beschlossen, die die Entscheidungsbefugnisse über die Entstehung indigener Gebiete grundlegend verändert und dazu führen dürfte, dass die Entstehung neuer Reservate noch schwieriger wird als bislang schon und dass sogar bereits bestehende indianische Gebiete infrage gestellt werden könnten. Vor dem Amtssitz  der Präsidentin  Rousseff kam es bereits zu Auseinandersetzungen zwischen etwa 500 indigenen Demonstranten und der Polizei, die mit Pfefferspray eine Erstürmung des Gebäudes verhinderte.

Quellen: BBC News, 29.11.2013 und 3.12.2013; Die Welt, 4.12.13

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