Guatemala: Klägerinnen im Bergbauprozess eingeschüchtert

Am 22. Juli 2013 konnten zwölf Maya-Q’eqchi Frauen im Kampf gegen ein kanadisches Bergbauunternehmen einen Teilerfolg verbuchen. Ein kanadisches Gericht entschied, dass sich das kanadische Bergbauunternehmen Hudbay Minerals in seinem Heimatland wegen Menschenrechtsverletzungen in Guatemala verantworten muss, die im Zusammenhang mit dem Nickelbergbauprojekt in El Estor durch seine Tochtergesellschaft Compañía Guatemalteca de Níquel (CGN) erfolgt sind. Nun sind die Frauen Einschüchterungsversuchen und Bedrohungen ausgesetzt.

Text: Stephanie Brause

Der Bergbau in El Estor in Guatemala weist eine jahrzehntelange Geschichte auf. Bereits 1960 begannen die Verhandlungen um Bergbaukonzessionen. Wiederholt kam es in den folgenden Jahrzehnten zu gewaltsamen Landvertreibungen. Bei solch einer Landvertreibung in der Gemeinde Lote Ocho wurden im Januar 2007 elf Maya-Q’eqchi Frauen (Margarita Caal Caal; Rosa Elbira Coc Ich; Olivia Asig Xol; Amalía Cac Tiul; Lucia Caal Chún; Luisa Caal Chún; Carmelina Caal Ical; Irma Yolanda Choc Cac; Elvira Choc Chub; Elena Choc Quib und Irma Yolanda Choc Quib) vom Sicherheitspersonal der ansässigen Mine vergewaltigt. Am 27. September 2009 wurde der Vorstand der Gemeinde La Unión Adolfo Ich vom Minen-Sicherheitspersonal geschlagen und anschließend mit einem Schuss in den Kopf getötet. Am selben Tag griff der Chef des Sicherheitspersonals das Gemeindemitglied German Chub Choc an. Er überlebte den Angriff, ist allerdings seitdem querschnittsgelähmt.

Scott*/Flickr, CC BY-NC-SA 2.0

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Dies sind die drei Fälle, wegen derer Hudbay Minerals momentan in Kanada vor Gericht steht. Das Verfahren befindet sich in der Vorbereitungsphase und wird noch mindestens mehrere Monate andauern. Währendessen sehen sich die elf Vergewaltigungsopfer sowie die Frau von dem ermordeten Adolfo Ich immer wieder Einschüchterungsversuchen und Bedrohungen ausgesetzt. Mitarbeiter der Tochtergesellschaft CGN versuchen auf Treffen in CGN-Bürogebäuden, die Frauen zum Rückzug ihrer Klagen zu bewegen. CGN äußerte gegenüber Gemeindemitgliedern, dass die Familien in Lote Ocho nur Land erhalten würden, wenn die Frauen ihre Klagen zurückziehen. Ebenso drohte CGN die Frauen wegen Verleumdung anzuzeigen. Außerdem verbreiteten Mitarbeiter von CGN das Gerücht, dass ein Teil der Frauen, die an den Prozessen beteiligt sind, Geld erhalten hätten. Diese Maßnahmen dienen dazu, Druck auf die Klägerinnen auszuüben und die Gemeinschaft zu teilen.

Bitte appelliert an Hudbay Minerals sowie an CGN, ihre Einschüchterungsversuche einzustellen und das Recht der Maya-Q’eqchi Frauen auf Wahrheit, Gerechtigkeit und ein faires Gerichtsverfahren zu garantieren.

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