Mapuche in Chiles Gefängnissen seit über einem Monat im Hungerstreik ## Solidaritätshungerstreiks der Mapuche-Unterstützer-Bewegung in Europa ## Auch die Mapuche-Koordination der GfbV in Köln macht mit

Am Montag, den 12. Mai 2014 hat die Mapuche-Koordination der Regionalgruppe Köln in der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) mit einem Solidaritätshungerstreik begonnen, um den seit über einem Monat andauernden Hungerstreik der politischen Gefangenen vom indigenen Volk der Mapuche in Chile zu unterstützen. Der Hungerstreik ist auf eine Woche befristet. Sie wollen damit die Öffentlichkeit aufrütteln und ein Zeichen setzen für die seit Wochen andauernden Hungerstreiks mehrerer Mapuche, die in Chile inhaftiert sind.

Am 6. April sind Luis Humberto Marileo, Cristian Pablo Levinao Melinao und Leonardo Quijon Pereira, seit dem 10. Mai auch Cristian Curinao Catrileo im Gefängnis von Angol, seit Montag, den 12. Mai auch Machi Celestino Córdova im Gefängnis von Temuco im Hungerstreik.

Sie protestieren damit vor allem dagegen, dass das chilenische Antiterrorgesetz, das noch aus der Diktatur unter Pinochet stammt, immer noch für Anklagen gegen Mapuche eingesetzt wird, um sie zu verfolgen und jegliche Handlung im Kampf um die Rechte der indigenen Bevölkerung zu kriminalisieren. Die Mapuche werden in Chile unterdrückt und verfolgt. Häufig kommt es zu Razzien in ihren Siedlungen. Dabei sind auch Frauen und Kinder, ja sogar ganze Familien häufig körperlicher und seelischer Gewalt ausgesetzt. Die chilenische Regierung ignoriert die Verletzung zahlreicher Menschenrechte, zu der es dabei kommt. Besonders kritisch ist die Situation der Mapuche Gemeinden in der Region La Araucanía.

Außerdem sollen die Gefangenen aus Angol in das dortige Erziehungs- und Arbeitszentrum verlegt werden; dies war ihnen bereits dreimal bei vorherigen Hungerstreiks zugesagt, aber nicht umgesetzt worden. Machi Celestino Córdova soll vom Gefängnis in Temuco in die Strafanstalt Vilcún verlegt werden, da diese in dem Gebiet liegt, an das er als religiöse Autorität bei der Ausübung seiner Aufgaben gebunden ist. Darauf hat er laut Artikel 10 des von Chile ratifizierten ILO-Übereinkommen 169 ein Recht.

Die Regionalgruppe in Köln koordiniert die Unterstützerarbeit der GfbV für die Mapuche in Chile. In ihrem Aufruf unterstützt sie die Forderungen der inhaftierten Mapuche im Hungerstreik:

  • Abschaffung des Anti-Terror-Gesetzes
  • Revision der auf seiner Grundlage ergangenen Urteile
  • Begnadigung des todkranken Mapuche Jose Marinao Llanca Tori
  • Ende der Kriminalisierung der Mapuche-Bewegung
  • Entmilitarisierung der Mapuche-Reservate

Bislang hat die chilenische Regierung zwar einen Dialog, um eine Lösung für den Hungerstreik zu finden, angekündigt, jedoch konkret noch nichts unternommen. Die weltweiten Proteste zur Unterstützung des Mapuche Volkes nehmen zu. In Europa finden in Köln und in Amsterdam Solidaritätshungerstreiks statt, in Stockholm wurde vor der chilenischen Botschaft demonstriert.

Kontakt zum Hungerstreik in Köln: ParaDies, Eifelwall 5, 50674 Köln; de.mapuches.org

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