Auf der Flucht – Islamisten machen vermehrt Jagd auf Yeziden im Irak

Text: Lisa Marie Quelle

Fast 300 Mitglieder der yezidischen Gemeinschaft in Lincoln hielten am Samstag den 24. Mai 2014, eine Demonstration ab, deren Zweck es war, die Aufmerksamkeit auf die eskalierende Gewalt und Terroranschlägen islamischer Extremisten gegen Yeziden im Irak zu lenken. Lincoln ist die Heimat der größten yezidischen Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten, in dessen verschiedenen Bezirken rund 200 Familien leben. Viele von ihnen sind Flüchtlinge, die von der Stadt Rabia, einer irakischen Stadt zu der syrischen Grenze, geflohen sind. Schätzungen zufolge, haben um die 900 Familien ihr eigenes Land aufgrund von Verfolgung, Massakern und aus Angst um ihr Leben verlassen.

„Sie zwangen Familien ihre Farmen zu verlassen; ihre einzige Quelle des Lebens“, sagte Hadi Ali. „Und das ist der Grund, warum wir hier sind. Wir sind für alle und die amerikanische Regierung hier, um zu erzählen, dass wir Hilfe brauchen.“

 

Die yezidische Gemeinschaft erklärte, dass die irakische Regierung die Gesetze, die Minderheitengruppen schützen soll, durchzusetzen muss.

 

In der überwiegend von Yeziden besiedelten Stadt Sinjar, im Nordirak, protestierten etwa 2.000 Yeziden zwei Wochen zuvor gegen Morde und gewaltsame Vertreibung der Yeziden, nachdem vier Mitglieder der religiösen Minderheit am 8. Mai in Rabia/Sinjar/Irak von Aufständischen, vermutlich von Islamisten der ISIS (Islamischer Staat im Irak und in Syrien), ermordet wurden. Anwohner erzählten, dass die Militanten ihr Haus überfallen und die vier Opfer vor den Augen der Familie erschossen hatten. Die Yeziden waren Arbeiter eines landwirtschaftlichen Familienbetriebs. Zwei Tage zuvor, kam es zu einem ähnlichen Vorfall in der Region Rabia.

 

Nach den jüngsten Morden veröffentlichten die Islamisten ein Ultimatum und forderten yezidische Familien auf, die Gegend innerhalb von 24 Stunden zu verlassen, anderenfalls würden sie getötet werden. Als Reaktion darauf flohen rund 900 yezidische Familien aus ihren Häusern.

 

Die Stadt Sinjar liegt in den „umstrittenen Gebieten“, wo sich sowohl die irakische Regierung als auch die autonome Regionalregierung in Irakisch-Kurdistan, nicht über dessen Zugehörigkeit einig sind. Die Demonstranten forderten Schutz von der kurdischen Regionalregierung (KRG) und der internationalen Gemeinschaft.

Im Irak leben 550.000 Yeziden. Sie haben eine lange Zeit der Diskriminierung vor allem im Bereich der Bildung und Beschäftigung im Irak aufgrund ihrer unterschiedlichen religiösen Überzeugungen und Traditionen hinter sich. Doch im vergangenen Jahr ist die religiös motivierte Gewalt im Irak eskaliert und die Todesdrohungen ernster geworden.

 

“Wir bitten die KRG und ihr Präsident, Massoud Barzani, uns vor den Übergriffen der Islamisten zu schützen“, forderte ein Demonstrant in Sinjar.

 

Extremistische Muslime bezeichnen die Yeziden als „Teufelsanbeter“. Dabei zählt die yezidische monotheistische Glaubensgemeinschaft zu den ältesten der Welt.

 

Für weitere Informationen über die yezidische Religion und den Ursprung ihrer vielfältigen Traditionen beachten Sie bitte auch das Memorandum der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) über die Minderheit der Yeziden. Dort erfahren Sie mehr über die Geschichte, die Benachteiligungen im alltäglichen Leben und Einschnitte ihrer Religionsfreiheit, sowie die Situation der Yeziden in Deutschland.

 

Hier können Sie das Memorandum der GfbV lesen.

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2 Gedanken zu “Auf der Flucht – Islamisten machen vermehrt Jagd auf Yeziden im Irak

  1. Biiiiiite helfen sie den yesiden … sie sind so aaaaarm und hilflos amerika ist doch mächtig und kann es stoppen biiite ich flehe sie an machen sie etwaaaas

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