Die Ukraine erneuern: Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung am 12. Juni in Berlin

Am 12. Juni 2014 veranstaltete die Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin einen Abend zur aktuellen Lage in der Ukraine und fragte besonders nach den Chancen auf Reformen und Erneuerung in der jetzigen, von Gewalt und Krieg im Osten des Landes geprägten, Situation. Manarsha Isaeva aus dem Berliner GfbV Büro war dort und hörte Oksana Nechyporenko aus Kiev, Aleksandra Litvinova aus Odessa und Sergey Tkachenko aus Donezk zu.

Oksana Nechyporenko von der „Reanimation Package of Reforms – Initiative“ in Kiew, die bei der Vorbereitung von Gesetzesentwürfen für die Regierung des neuen Präsidenten Petro Poroschenko mitwirkt, beschrieb die Sehnsucht vieler Bürger nach einem wirtschaftlich prosperierenden Rechtsstaat. Die Initiative vereint Nichtregierungsorganisationen und Experten. Gemeinsam erarbeiteten sie bereits Entwürfe für neue Antikorruptionsgesetze und stießen Projekte zur Erneuerung des Justizsystems an.

In der Hauptstadt Kiew wird über Reformen diskutiert und in Donezk, im Osten der Ukraine, tobt seit Wochen ein „künstlich initiierter blutiger Krieg“. Angst und fehlendes Vertrauen regierten das Dasein der Gesellschaft, so Sergey Tkachenko von Komitee der Wähler. Über 15.000 Personen seien aus der Verwaltungseinheit Donezk Oblast geflüchtet. Die Lage im Gebiet eskaliert weiter.

Während im Osten des Landes am 11. Mai ein so genanntes Referendum für die Selbstbestimmung der selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk abgehalten wurde, wählten die Bürger im Süden, in Odessa, am 25. Mai einen neuen Bürgermeister. Der Journalistin Aleksandra Litvinova zufolge haben die Bürger bei den unabhängigen Wahlen für Stabilität gestimmt und den aus seiner früheren Amtszeit im nationalen Parlament gut bekannten Gennady Truchanow gewählt. Einige Wochen davor, am 2. Mai, kam es in Odessa bei einem Protestmarsch zum Zusammenprall zwischen zwei Gruppen, der mit 48 Todesopfern ausging. Obwohl die Zustände im Staat von Gewalt beherrscht sind, haben diese Ereignisse in Odessa die Stadtbewohner schockiert. Odessiten, die sich in erster Linie mit der freien, multikulturellen Handelsstadt Odessa identifizieren und im allgemeinen eher als apolitisch gelten, erleben zur Zeit einen Aufschwung des Patriotismus, aber auch des zivilen Erwachens.

http://calendar.boell.de/de/event/die-ukraine-erneuern

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s