Ein Twitter-Nutzer beschreibt wie es ist, in einem Indianer-Reservat aufzuwachsen

Foto: Screenshot von ersten Tweet der Reihe über das Navajo-Reservat von @lilnativeboy

Twitter-Nutzer @lilnativeboy hat in mehreren Tweets beschrieben, wie er in einem Navajo-Reservat aufgewachsen ist und welchen Herausforderungen sich die Menschen dort stellen müssen. Seine Tweets geben einen Einblick in das alltägliche Leben und Überleben der Native Americans.

von Michaela Böttcher

In dem Haus, in dem er aufwuchs, gab es keine Elektrizität oder fließendes Wasser. Eine Adresse hatten sie auch nicht.

Seine Mutter und er mussten zweimal die Woche zwei Stunden fahren, um ihre Wasserfässer aufzufüllen. Anschließend schleppten sie die Fässer vom Auto ins Haus.

Den Abwasch machten sie in einem Eimer und wenn sie duschen wollten, mussten sie das Wasser erhitzen und benutzen einen Waschlappen, um den Körper zu waschen.

Als Toilette hatten sie ein Plumsklo etwas entfernt vom Haus. Nachts aufs Klo zu gehen, so @lilnativeboy, war gruselig, da es keinen Strom gab.

Sie nutzen Gaslampen und Taschenlampen. Wenn ihnen kalt war oder sie warmes Wasser brauchten, haben sie ein Feuer angemacht.

Auch gab es in dem Reservat keine Müllabfuhr oder eine Mülldeponie. Deswegen verbrannten sie ihre Müll. Und einen Notruf gab es auch nicht. Wenn ein Haus brannte, die Menschen angegriffen oder von einer Schlange gebissen wurden, waren sie auch sich allein gestellt.

Was auch immer passiert, die Bewohner des Reservats müssen damit alleine umgehen können. Es würde sonst ihren Tod bedeuten.

@lilnativeboy beschreibt auch, dass eine Lücke im Gesetz dazu führt, dass „weiße“ Männer seit Jahren ins Reservat kommen und die Frauen entführen oder vergewaltigen, weil sie damit durchkommen.

Das Gebiet der Navajo Nation ergibt ungefähr die gleiche Größe wie die US-Bundesstaaten Massachusetts, New Hampshire und Vermont zusammen. Doch im Reservat gibt es insgesamt nur 13 Supermärkte und drei Krankenhäuser.

@lilnativeboy nahm alle Fotos im August 2017 auf. Die Situation, die er während seiner Kindheit erlebte, ist immer noch die gleiche.

Quelle: Twitteraccount von @lilnativeboy


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[Zur Autorin]

MICHAELA BÖTTCHER ist Onlineredakteurin bei der Gesellschaft für bedrohte Völker. Sie verbringt also sehr viel Zeit im Internet und stolpert dabei manchmal über interessante Geschichten.

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