Erneut gewaltsame Übergriffe auf friedliche Aktivisten bei Standing Rock

Foto: jmccyjmccy via Instagram

Ordnungskräfte gingen am vergangenen Samstag gewaltsam gegen die Protectors, die bei Standing Rock gegen die Dakota Access Pipeline (DAPL) demonstrieren, vor. Bei Temperaturen zwischen minus drei und minus fünf Grad Celsius wurden die Protectors mit Wasserwerfern, Tränengas und Gummigeschossen angegriffen. Das Sacred Stones Camp bestätigt auf seiner offiziellen Homepage, dass mehrere Leute bewusstlos waren und bluteten, nachdem sie mit Gummigeschossen attackiert wurden, Hunderte mussten aufgrund von Tränengasvergiftung, Unterkühlung und stumpfen Traumata – verursacht durch die Gummigeschosse – behandelt werden. 17 von ihnen wurden sogar ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht, da ihre Verletzungen so gravierend waren, dass die Sanitäter des Camps sie nicht behandeln konnten.

Die Übergriffe begannen, als einige der Aktivisten versuchten, ausgebrannte Militärfahrzeuge, die seit mehr als drei Wochen die Straße versperrten, vom Highway 1806 zu entfernen. Die Fahrzeuge fingen am 27. Oktober vermutlich Feuer als Aktivisten eine Blockade aus Autos, Autoreifen und angezündeten Holzabfällen errichteten, um die Räumung des „1851 Treaty Camp“, eines der Aktivisten-Camps in Cannon Ball North Dakota, durch stark bewaffnete Polizisten zu stoppen. Seitdem blockierten die Fahrzeuge die Brücke des Highway 1806. Trotz des Versprechens des Sheriff Departments, die Blockade zu entfernen, blieb sie nicht nur an Ort und Stelle, sondern wurde sogar mit Stacheldraht- und Betonbarrieren verstärkt.

Diese Straßensperre gefährdet das Leben der Water Protectors und der Mitglieder des Standing Rock Sioux Tribes, da sie den Zugang für Notfalldienste erschwert und verzögert. Zudem schränkt die Absperrung die Bewegungsfreiheit der lokalen Anwohner ein und schadet dem Stamm der Native Americans in ökonomischer Hinsicht.

Seit Monaten zeigen die Standing Rock Water Protectors, dass ihre einzigen Waffen im Protest gegen den Bau der Dakota Access Pipeline Gebete, Gesang und friedliche Märsche sind. Sie begegnen den häufig gewaltsamen Eingriffen von Polizei und Sicherheitskräften, die garantieren sollen, dass die Bauarbeiten ungehindert voran gehen, mit nichts als spirituellen Zeremonien, Gebetsmärschen und Worten des Protests. Dies hinderte die Sicherheitskräfte jedoch nicht daran, am vergangenen Sonntagabend die Situation erneut eskalieren zu lassen und gewaltsam einzugreifen. Ein Einschreiten der US-Behörden ist dringend nötig.

Wir fassen Nachrichten rund um die Proteste gegen die Dakota Access Pipeline regelmäßig auf unserem Blog zusammen oder übersetzen Interviews und Reden ins Deutsche. Alle Beiträge im Überblick finden Sie hier: Native Americans protestieren gegen die Dakota Access Pipeline in North Dakota


veröffentlicht: 24. November 2016

Autorin: Giulietta Corti

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