Native Americans könnten Mauerpläne ins Wanken bringen

Foto: pixabay

Er war keine Woche im Amt, da brachte Präsident Trump am 25. Januar 2017 per Exekutivanordnung sein Prestigeprojekt ins Rollen: die Grenzmauer zu Mexiko. Alle, die vorher beschwichtigend meinten, er werde – sobald er Präsident ist – von solchen scheinbar aberwitzigen Vorhaben absehen, wurden eines Besseren belehrt. Donald Trump hat sein Wahlversprechen umgesetzt. Schon während seines Wahlkampfes hatte er mit prahlerischen Reden über seine großartige Mauer, die er auch noch zum Nulltarif bauen wollte, polarisiert. Die mexikanische Regierung weigert sich bisher.

Selbst mit gesicherter Finanzierung ist das Projekt bautechnisch eine große Herausforderung. Die Grenze zwischen den USA und Mexiko ist 3.200 Kilometer lang, vier US- und sechs mexikanische Bundesstaaten befinden sich direkt an der Grenzlinie. Ein Drittel davon ist schon jetzt durch Zäune und Sperranlagen gesichert, an vielen der noch frei passierbaren Stellen patrouilliert die Border Patrol (Grenzschutzbehörde) ständig. Nur auf absolut unwegsamem Gelände, wie in Wüsten oder Gebirgen, gibt es bisher keine Abgrenzung zwischen den beiden Ländern. Nichtsdestotrotz fordert Trump eine Mauer – nach eigenen Angaben zwischen 10 und 27 Metern hoch.

Eine von Trumps Wahlkampfansagen per Twitter, in der er unter anderem verspricht, eine Mauer zwischen Mexiko und den USA zu bauen.

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Quelle: @realDonaldTrump via Twitter

Doch dem Mammutprojekt könnte mehr als die Finanzierung oder geografische und bautechnische Schwierigkeiten im Wege stehen: Auch auf Seiten der Native Americans regt sich der Widerstand. Über 20 Native Nations leben in der Grenzregion, ihre religiösen Bräuche, Traditionen und zeremoniellen Stätten wären durch einen Mauerbau stark beeinträchtigt. So auch im Falle der Tohono O’odham Nation, deren Gebiet von der Grenze zwischen dem US-Bundesstaat Arizona und dem mexikanischen Bundesstaat Sonora geteilt wird. Auf ihre Zustimmung zum Mauerbau ist Trump angewiesen, da die Nation ihr Reservat autonom verwaltet. Die Tohono O’odhams haben dazu schon nach dem Sieg des amtierende Präsidenten klar Stellung bezogen. „Nur über meine Leiche wird eine Mauer gebaut“, ließ der Vizechef der Nation verlauten und kündigte Widerstand nach dem Vorbild von Standing Rock an. Allein durch ein sehr langwieriges juristisches Verfahren im Kongress und eine Enteignung der Tohono O’odham Nation könnte Trump dieses Besitzverhältnis umgehen.

In diesem Fall sollte er sich aber auf neue Dimensionen von indigenem Widerstand gefasst machen. Schon jetzt sitzen Vertreter der betroffenen indigene Gemeinschaften zusammen, um gemeinsame Strategien zu diskutieren. Schließlich geht es um nichts Geringeres als ihre Souveränität und damit ihre Existenz.


Wir haben unseren Blog über die Proteste in Standing Rock ausgebaut. Jetzt berichten wir regelmäßig auf unserem Blog über die verschiedenen Konflikte zwischen dem neuen US-Präsidenten Trump und den Native Americans. Alle Beiträge im Überblick finden Sie hier: Indigener Widerstand gegen Trump


veröffentlicht: 15. Februar 2017

Autorin: Charlotte Honnigfort

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