Auf jüdischen Spuren in Qamischli

Christen aus Damaskus fanden in Qamischli ein neues Zuhause. Wichtig ist, dass für sie Arbeitsplätze geschaffen werden, damit sie in Rojava eine Zukunft haben. Foto: Kamal Sido

Die Jerusalem Post berichtete 2006 (Jerusalem Post), dass noch drei Juden in Qamischli lebten. Also begab ich mich während meines Aufenthalts auf die Suche nach jüdischen Spuren und möglichen jüdischen Einwohner in der Stadt. Lange habe ich nach den drei von der Jerusalem Post erwähnten Juden gesucht, leider konnte mir niemand etwas über ihren Verbleib sagen. Ich gehe davon aus, dass sie ausgewandert sind. Aber ich fand eine nicht mehr funktionierende Synagoge, einen Markt, der immer noch den Namen „Judenmarkt“ trägt, und einen Gewürzladen namens „Azar“. Dieser Laden soll einem der letzten Juden von Qamischli namens Azar gehört haben, der Anfang der 90er die Stadt verlassen haben soll. Die kurdisch sprechenden Juden von Qamischli bildeten nach den jüdischen Einwohnern von Damaskus und Aleppo eine der drei größten jüdischen Zentren in Syrien.

Die Juden sind die älteste Religionsgemeinschaft Syriens, die in der Neuzeit aufblühte. Um 1605 gründeten syrische Juden die erste hebräische Druckerei in Damaskus. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts folgten weitere Druckereien und Verlage. Zur gleichen Zeit wurde Shaul Farhi zum ersten Finanzbeauftragten eines Gouverneurs (Wali) von Damaskus ernannt. 1921 erschien die erste jüdische Zeitung Syriens in arabischer Sprache, „Israelitische Bildung und Kultur“, welche 1946 in „Frieden“ umbenannt wurde. Heutzutage zeugen Ruinen und Namen von den blühenden Zentren. Denn die meisten Juden verließen zwischen 1947 und 1970 das Land. Die letzte organisierte Ausreisewelle fand von 1992 bis 1994 statt. Danach verblieben nur noch rund 300 Juden in Syrien.

Die einzelnen Kapitel im Überblick:

Wie alles begann

Semalka: Der einzige Weg nach Rojava

Kurden und ihre Anführer

Feindseligkeiten in Amude

Granaten in Qamischli

Plädoyer für ein multiethnisches und multireligiöses Rojava

Auf jüdischen Spuren in Qamischli

Besuch eines Gefängnisses

Kurdisches Neujahrsfest in Kobani

Militärischer Begleitschutz in Tall Abyad

Das neue Militärbündnis „Syrian Democratic Forces“ in al-Hasakeh

Christliches Leben in al-Hasakeh und Qamischli

Bei den Yeziden

Wie bei Karl May

Rojava-Nordsyrien benötigt unsere Solidarität

 

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