Rohingya-Krise in Burma eskaliert

Im Vielvölkerstaat Burma (offiziell Myanmar genannt) kriselt es gewaltig. Vor allem im Norden des Rakhine-Staates eskalieren ethnische und religiöse Spannungen: Dort geht das Militär seit Ende 2016 gegen unbewaffnete Rohingya-Dorfbewohner vor. Seitdem bestimmen dort Folter, Vergewaltigungen, Morde, Verschleppung und willkürliche Zerstörungen von Häusern das Leben vieler Rohingya. Hunderte von ihnen wurden bereits getötet und Zehntausende suchen jetzt Zuflucht in Bangladesch, müssen aber im Untergrund leben, um nicht abgeschoben zu werden.

Die seit Jahrhunderten in Burma ansässige Rohingya-Minderheit leidet unter andauernder Diskriminierung und der Verweigerung der Staatsbürgerschaft. 2012 erreichte der Konflikt zwischen buddhistischen Rakhine und muslimischen Rohingya seinen Höhepunkt, als hunderte Rohingya von buddhistischen Extremisten getötet wurden, während tausende die Flucht ergriffen. Mit der Wahl der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi 2015 erhofften sich viele, dass die Not der Rohingya gelindert würde. Doch Aung San Suu Kyi, als de facto Chefin der ersten zivilen Regierung Burmas, setzt die Rohingya-Politik der Militärdiktatur, die sie 20 Jahre in Hausarrest gehalten hatte, fort. Sie verneint Berichte von Menschenrechtsverletzungen und verbietet die Verwendung des Begriffs „Rohingya“.

Durch öffentliche Proteste – vor allem in Südostasien – nimmt der Druck auf die demokratisch gewählte Regierung Aung San Suu Kyis zu. Mehrere Nobelpreisträger haben die NLD-Führerin dazu aufgefordert, eine Tragödie zu verhindern. Mittlerweile fordern Burmas Nachbarländer sowie die Organisation für islamische Zusammenarbeit ein Ende der Verbrechen und eine unabhängige Untersuchung der Gewalt.

Jeden Tag lassen Berichte fürchten, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Norden des Rakhine Staates stattfinden. Dieser Blog zielt darauf, einen Überblick der Situation der Rohingya in Burma zu geben sowie die sich stetig ändernde Situation vor Ort darzustellen.