Erzbischof von Yangon warnt in offenem Brief vor religiösem Extremismus in Burma

Foto: pixabay.com

Kardinal Charles Maung Bo, der Erzbischof von Yangon, sprach sich zum Ende des Fastenmonats Ramadan dafür aus, dass die Verfolgung der Minderheiten in Burma, insbesondere der Rohingya, endlich beendet wird. Der Vielvölkerstaat, indem etwa 135 verschiedene ethnische Gruppen leben, kämpft mit vielen religiösen und ethnischen Konflikten. Die muslimische Minderheit der Rohingya im Rakhine-Staat ist davon besonders betroffen. Millionen leben in Armut, Unsicherheit und moderner Sklaverei, schrieb der erste Erzbischof in der Geschichte Burmas in seinem Brief zum muslimischen Fest des Fastenbrechens, das Id al-Fitr genannt wird.

Seit November vergangenen Jahres halten die gewalttätigen Übergriffe auf die Rohingya in Burma an. Zehntausende Angehörige der muslimischen Minderheit sind bereits in die Nachbarländer geflohen. Menschenrechtsorganisationen dokumentieren zahlreiche Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch das Militär und die Polizei Burmas. Und dennoch lehnt die Regierung um Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi eine unabhängige Untersuchung durch eine UN Fact Finding Mission ab. Kardinal Bo ruft die Regierung dazu auf, ihre Meinung noch einmal zu überdenken und die unabhängige Untersuchung durch die UN gegen die Vorwürfe von Rechtsmissbrauch und Kriegsverbrechen doch zuzulassen. Man solle den kürzlich erschienenen Bericht der UN zur Lage der Rohingya als Weckruf nehmen. (GfbV)

Bo erinnerte an das große Potential, dass Burma habe, und daran, dass die bestehenden Konflikte auf dem Boden der Rechtsordnung zu lösen sein. Die Welt verurteile den Umgang Burmas mit den Rohingya. Auch Papst Franziskus habe sich schon für die Rohingya eingesetzt. Auch mahnt der Kardinal in seinem Brief an, dass der religiöse Extremismus eine große Gefahr für Burma sei. Extreme Positionen und Wörter könnten das Land in eine Zeit zurückwerfen, in der niemand Rechte hatte. Er ruft alle Parteien dazu auf, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. „Mögen unser Handeln und unser Wort die Einigkeit stärken, ohne die Rechte der Flüchtlinge, Verfolgten und ‚Rohingya‘ zu opfern‘.“


Wir fassen Nachrichten rund um die Rohingya-Krise in Burma regelmäßig auf unserem Blog zusammen. So können Sie einen Überblick über die aktuelle, sich stetig ändernde Situation bekommen. Alle Beiträge finden Sie hier: Rohingya-Krise in Burma eskaliert


veröffentlicht: 26. Juli 2017

Autorin: Rebecca Reising

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