Rebellenanführer droht mit weiterer Gewalt, falls Rohingya in Burma nicht anerkannt werden

Foto: Screenshots eines Videos von Harlz Edrogan bei YouTube

Ata Ullah, der selbst ernannte Anführer der Rohingya-Aufstandsbewegung Arakan Rohingya Salvation Army, verkündete am 31. März 2017 in einem ersten offiziellen Interview, den Kampf gegen die burmesischen Sicherheitskräfte weiterzuführen. Dabei würde seine Gruppe auch keine Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nehmen. Der Rebellenanführer betont in seinem Interview, dass seine Gruppe weiterkämpfen werde „auch wenn eine Millionen Menschen dabei sterben“. Sie werden ihre Waffen nicht niederlegen, bis Burmas Regierungschefin Aung San Suu Kyi die Rohingya als religiöse Minderheit schütze und als Staatsbürger des Landes anerkenne.

Suu Kyi’s Sprecher Zaw Htay ließ daraufhin verkünden, dass im Falle weiterer Attacken die burmesische Regierung auch gewaltsam reagieren würde. Dies würde dem burmesischen Militär wiederum sehr gelegen kommen, da sich so das Bild der gewalttätigen Rohingya weiter verfestigt und weitere militärische Aktionen gegen die Rohingya mehr oder weniger legitimiert wären. Durch eine Androhung wie diese schadet die Arakan Rohingya Salvation Army den Rohingya mehr als dass sie ihnen hilft. Es könnte sogar die Gewährung gleicher Rechte und die Anerkennung der burmesischen Staatsbürgerschaft womöglich weiter hinauszögern.

Weitere Gewalt anzudrohen, löst die Rohingya-Krise im Rakhine-Staat in Burma definitiv nicht. Ganz im Gegenteil. Die ohnehin schon von Menschenrechtsverletzungen betroffene unschuldige Zivilbevölkerung wird noch weiter unter den Folgen leiden. Die Ankündigungen des selbsternannten Anführers der gewaltbereiten Gruppe stehen daher den Bemühungen internationaler Organisationen gegenüber, eine friedliche Lösung zur Verhinderung eines Genozid an den Rohingya zu finden.

Die Arakan Rohingya Salvation Army, vormals Harakah al-Yaqin, bekannte sich zu den Überfällen auf Grenzpolizeiposten im Oktober 2016. Eine Verbindung zu islamistischen Gruppen streitet die Gruppe allerdings ab. Im März 2017 veröffentlichten die Vereinten Nationen einen Report, in welchem das burmesische Militär beschuldigt wurde, Massenvergewaltigungen und –morde an den Rohingya verübt und damit Menschenrechtsverletzungen in hohem Ausmaß begangen zu haben. Die Unruhen führten zu einer erneuten Flüchtlingswelle, mehr als 75.000 Rohingya flohen seit Oktober 2016 nach Bangladesch, weitere Hunderttausende leben in Camps für Internally Displaced People (IDP).


Wir fassen Nachrichten rund um die Rohingya-Krise in Burma regelmäßig auf unserem Blog zusammen. So können Sie einen Überblick über die aktuelle, sich stetig ändernde Situation bekommen. Alle Beiträge finden Sie hier: Rohingya-Krise in Burma eskaliert


veröffentlicht: 18. April 2017

Autorin: Isabelle Ortmüller

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