Vereinte Nationen ziehen Mitarbeiterin aus Burma ab

Foto: sanjitbakshi via Flickr

Die Vereinten Nationen haben ihre Vertreterin in Burma, Renata Lok-Dessallien, vorzeitig abgezogen. Eineinhalb Jahre vor dem turnusmäßigen Wechsel wird die UN nun einen neuen Vertreter in Burma einsetzen. Der Pressesprecher der UN, Stephane Durjarric, gab an, dass dieser Wechsel in keinem Zusammenhang mit Lok-Dessalliens Leistung bezüglich ihrer Arbeit in Burma stehe. Doch internen Dokumenten zufolge sei die Dienststelle unter Lok-Dessallien „eklatant dysfunktional“. Zudem gebe es „starke Spannungen“ in der Abteilung.

Lok-Dessallion stand schon länger in der Kritik. Ihr wird vorgeworfen, trotz der eklatanten Menschenrechtsverletzungen durch das Militär und die Polizei an ethnischen Minderheiten in Burma, insbesondere der Rohingya, nicht genügend unternommen zu haben. Seit Ende vergangenen Jahres sind nach Ausschreitungen des Militärs und anderen Sicherheitskräften mindestens 75.000 Rohingya nach Bangladesch geflohen. Lok-Dessaillien, so die Kritiker, habe sich nicht entschieden genug gegen diese grausamen Taten oder wenigstens für deren Aufklärung eingesetzt. Bereits vergangenen November hatte die UN-Mitarbeiterin harsche Kritik geerntet, als sie Journalisten während einer Pressekonferenz zur Situation der Rohingya im Rakhine-Staat verbot, ihre Worte aufzuzeichnen. Auch gab sie – selbst auf Nachfrage – kaum Informationen zur desolaten Menschenrechtslage im Bundesstaat.

Laut Menschenrechtsorganisationen sei die Entscheidung der Vereinten Nationen überfällig gewesen. Sie kritisieren, dass Lok-Dessallien die wirtschaftliche Entwicklung in dem südostasiatischen Land über die Einhaltung von Menschenrechten gestellt habe. Es habe sogar Beschwerden gegeben, dass sie sogar die Arbeit und das Engagement der Menschen erschwert habe, die sich für ethnische Minderheiten in Burma einsetzen.

Mit dem personellen Wechsel im Regionalbüro setzen die UN ein deutliches Zeichen für Menschenrechte in Burma. Es bleibt zu hoffen, dass die UN sich nun deutlicher für die ethnischen Minderheiten, wie die Rohingya, einsetzen.


Wir fassen Nachrichten rund um die Rohingya-Krise in Burma regelmäßig auf unserem Blog zusammen. So können Sie einen Überblick über die aktuelle, sich stetig ändernde Situation bekommen. Alle Beiträge finden Sie hier: Rohingya-Krise in Burma eskaliert


veröffentlicht: 22. Juni 2017

Autorin: Rebecca Reising

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